Bewertung und Governance von Bodenfunktionen  

Welche Bedeutung haben die Bodenfunktionen für die Umwelt und für das gesellschaftliche Wohlbefinden?

Welche Rolle spielen sie für die Ziele der nachhaltigen Entwicklung?

 

Die Kernidee von BonaRes, nämlich die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu steigern, wird in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen als eine Aufgabe formuliert, um das zweite seiner 17 nachhaltigen Entwicklungsziele umzusetzen. „Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern“, heißt es in der Agenda. BonaRes stellt wichtige wissenschaftliche Grundlagen zur Lösung dieser Aufgabe bereit. Die Bundesregierung richtet ihre 2017 verabschiedete Nachhaltigkeitsstrategie explizit an der Agenda 2030 der vereinten Nationen aus. Für den Bereich Bodenfruchtbarkeit als Beitrag zur Sicherung der Ernährungsgrundlage wird das Verbundprojekt „BonaRes“ als wichtiger Baustein angeführt.

 
BonaRes entwickelt eine Plattform für Methoden und Anwendungen, um die Wirkung von Bodenfunktionen auf Ziele der nachhaltigen Entwicklung wie die ressourceneffiziente Produktion und die Ökosystemleistungen zu bewerten. Wir stellen damit eine Verbindung her zwischen dem System Boden, seiner landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, und dem Nutzen, den die Gesellschaft durch diese Bewirtschaftung hat. Die Bodenfunktionen liefern gleichzeitig die Schnittstelle zwischen der naturwissenschaftlichen Bodenprozessforschung und –modellierung und seiner Nachhaltigkeitsbewertung.  Die Bewertungsmethoden werden für verschiedene Ebenen und Fragestellungen entwickelt. Dazu gehören Wirtschaftlichkeits- und Effizienzberechnungen auf betrieblicher Ebene. Auf Landschaftsebene geht es um den Beitrag der Bodenfunktionen zu den Ökosystemleistungen und um die Ressourceneffizienz in Bezug auf Energie, Wasser, Land und Rohstoffe. Auf übergeordneter Ebene werden ethische Fragen relevant, die zum Beispiel dem Vorsorgeprinzip zugrunde liegen, die Generationengerechtigkeit betreffen, oder den lokalen Beitrag zu globalen Zielen der nachhaltigen Entwicklung beleuchten. Weil die Funktionen und Leistungen des Bodens sich je nach Standort in ihrer relativen Bedeutung unterscheiden und auch zeitlich variieren, werden raumzeitliche Dimension in den Bewertungsverfahren berücksichtigt. Aufbauend auf die Nachhaltigkeitsbewertung wird die Eignung von politischen und/oder marktbasierten Instrumenten erforscht, die Bodenfunktionen langfristig zu verbessern und mit den gesellschaftlichen Anforderungen in Einklang zu bringen.